Know your candidate: Background Checks im Rekrutierungsprozess

Die Mehrheit der Kandidierenden verfasst die Bewerbungsdossiers in guten Treuen - wenn auch gegenüber sich selbst meist auffallend wohlwollend. Auch sind die meisten Rekrutierungen in der Schweiz auch ohne oder mit nur rudimentärer Überprüfung der in den Lebensläufen ausgewiesenen Fakten erfolgreich.

Dennoch zeigt eine Untersuchung (Link: https://www.handelszeitung.ch/beruf/so-dreist-lugen-schweizer-bei-der-bewerbung) in über der Hälfte von 3342 untersuchten Bewerbungsdossiers teilweise Falschaussagen oder Übertreibungen und in 8% der Dossiers eigentliche Falschaussagen zu Diplomen und beruflichen Qualifikationen.

Vor diesem Hintergrund und angesichts zunehmender regulatorischer und reputationsbezogener Risiken gewinnen Background-Checks und die gezielte Früherkennung potenzieller Risiken bei Shortlist-Kandidaten immer mehr an Bedeutung.

Dabei stehen unterschiedliche Prüfungsmöglichkeiten zur Verfügung, die je nach Branche und Funktion eingesetzt werden können:

Desk Research

Die Prüfung erfolgt auf Basis aller wichtigen Informationen zur kandidierenden Person aus öffentlich zugänglichen Quellen im Internet, sozialen Medien, Handelsregistern, kostenpflichtigen Datenbanken von Privatanbietern sowie News- & Webcrawlern.

Forensische Analyse der Dossierunterlagen

Die von der kandidierenden Person eingereichten Bewerbungsunterlagen werden analysiert. Fehlen wichtige für die Beurteilung eines Dossiers relevanten Dokumente oder sind Auffälligkeiten zu erkennen (z.B. untypisches Format bei einem Betreibungsregister- oder Strafregisterauszug) werden die Unterlagen direkt bei Ämtern, Hochschulen, Professorinnen und Professoren und bei den als Referenz erwähnten Personen gegengeprüft.

Privates und geschäftliches Beziehungsnetz

Die privaten und geschäftlichen Verbindungen zwischen der Bewerberin oder dem Bewerber und wichtigen Akteuren in dessen oder deren Umfeld werden nachvollzogen auf mögliche Interessenkonflikte und Risiken für die Unternehmung in Bezug auf die Stelle/Funktion untersucht.

Forensik-Interviews

Erfahrene Experten beurteilen Bewerbende aus der Perspektive eines Forensikers. Zielsetzungen solcher Interviews sind die Klärung allfälliger Lücken, Ungereimtheiten oder Unregelmässigkeiten in den Unterlagen und die Auseinandersetzung mit den in den Hintergrundrecherchen und Analysen herausgearbeiteten Informationen.

Der Einsatz von Background Checks und forensischen Prüfungen muss dabei stets innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen erfolgen und hat in Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis zu erfolgen. In jedem Fall handelt es sich um die Verarbeitung personenbezogener Daten, weshalb Background Checks in die entsprechenden Datenschutzerklärungen aufgenommen werden müssen.

Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen und der Verhältnismässigkeit sind auch Fragen der Unternehmenskultur, der tatsächlichen möglichen Risiken, aber auch des Employer Brandings mitberücksichtigen.

Bei gezieltem und transparentem Einsatz können systematische Background-Checks aber einen wichtigen Beitrag leisten, Fehlanstellungen zu verhindern und finanzielle und regulatorische Risiken sowie Reputationsschäden zu vermindern.

Erfahren Sie mehr über den Einsatz von Background Checks und forensischen Analysen in unserem Webinar.

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